Warum dieser Blog?

📅 28.12.2025 ⏱️ Lesezeit: 4 Minuten ✍️ Michael -DiA Bremen-Nord
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Warum schreibe ich diesen Blog?

Es ist Donnerstagnachmittag, kurz nach drei. In der Sprechstunde sitzt uns Hertha gegenüber, 72 Jahre alt, und fragt zum dritten Mal, wie sie ein Foto an ihre Enkelin schicken kann. Nicht weil sie es vergessen hätte – sondern weil sie sich nicht traut, es alleine zu versuchen. „Ich will nichts kaputt machen", sagt sie leise. Und genau in diesem Moment wird uns wieder klar: Es geht nicht nur um Technik. Es geht um Mut, um Teilhabe, um das Gefühl, dazuzugehören in einer Welt, die immer digitaler wird.

Dieser Blog ist für Menschen wie Hertha. Und vielleicht auch für dich.

Digital sein – zwischen Neugier und Überforderung

In den letzten Jahren haben wir hunderte Gespräche geführt. Mit Menschen zwischen 60 und weit über 80, die uns eines gemeinsam haben: Sie wollen verstehen. Sie wollen wissen, was möglich ist – aber auch, was vielleicht gar nicht nötig ist. Nicht jeder muss Instagram nutzen. Nicht jede braucht ein Smart Home. Aber jeder hat das Recht zu wissen, welche Optionen es gibt.

Dieser Blog ist kein Ratgeber im klassischen Sinne. Wir werden dir nicht sagen: „Mach es so und nicht anders." Stattdessen möchten wir dir zeigen, was es da draußen gibt. Welche Möglichkeiten die digitale Welt bietet – und wo ihre Grenzen liegen.

Vielleicht fragst du dich: Brauche ich wirklich eine Cloud? Ist Online-Banking sicher? Was hat es mit diesem WhatsApp auf sich, von dem alle sprechen? Wir zeigen dir, wo du verlässliche Informationen findest, damit du selbst entscheiden kannst, was zu dir passt.

Denn das ist das Wichtigste: Du entscheidest. Nicht die Technik. Nicht irgendein Verkäufer. Nicht deine Kinder oder Enkel, die es „nur gut meinen". Sondern du.

Wir sind keine Profis – und das ist gut so

Vielleicht fragst du dich jetzt: Wer schreibt hier eigentlich? Wir sind ein Team. Eine gemischte, engagierte Seniorengruppe mit ganz unterschiedlichen Berufen und Lebenswegen. Keine IT-Fachleute. Keine Profis. Sondern Menschen wie du, die sich mit digitalen Themen auseinandersetzen – aus Neugier, aus Notwendigkeit, aus Interesse.

Und genau das ist unsere Stärke. Wir wählen Themen nach unserer subjektiven Einschätzung aus. Was beschäftigt uns? Was begegnet uns in den Sprechstunden immer wieder? Worüber stolpern wir selbst? Das sind die Fragen, die uns leiten.

Ja, es sind auch unsere Meinungen, die hier einfließen. Aber – und das ist wichtig – wir wollen nicht begründen. Wir wollen erklären. Das ist ein großer Unterschied.

Der Unterschied zwischen Begründen und Erklären

Die Politik begründet ihre Entscheidungen. Sie sagt: „Wir machen das so, weil..." Aber oft genug verstehen wir diese Begründungen nicht. Sie sind kompliziert, verschachtelt, voller Fachbegriffe. Was fehlt, ist die Erklärung – die Übersetzung ins Verständliche.

Demokratie lebt von Erklärungen. Davon, dass Menschen verstehen können, was passiert und warum. Und dazu gehört auch, dass man Quellen nennt. Dass man zeigt: Hier könnt ihr weiterlesen, hier könnt ihr selbst nachprüfen, hier könnt ihr euch eine eigene Meinung bilden.

Genau das wollen wir tun. Wir übersetzen. Wir erklären. Wir zeigen Quellen. Nicht weil wir die einzige Wahrheit haben, sondern weil du das Recht hast, informiert zu sein und selbst zu entscheiden.

Aus der Praxis – für die Praxis

Was wir hier schreiben, kommt nicht aus Lehrbüchern. Es kommt aus unseren Kursen, aus Workshops, aus Sprechstunden. Aus echten Begegnungen mit echten Menschen, die echte Fragen haben. Manchmal sind es die kleinen Dinge: Wie stelle ich die Schrift größer? Manchmal die großen: Wie schütze ich meine Daten?

Wir möchten diese Erfahrungen teilen. Die Fragen, die immer wieder auftauchen. Die Aha-Momente, wenn etwas endlich „Klick" macht. Aber auch die Momente der Frustration – weil nicht alles einfach ist. Und das ist okay.

In manchen Artikeln werden wir auch auf Studien oder Statistiken verweisen. Nicht um zu beeindrucken, sondern weil Zahlen manchmal helfen zu verstehen: Du bist nicht allein. Viele Menschen in deinem Alter stehen vor ähnlichen Fragen.

Kostenlos, neugierig, ohne Druck

Eines ist uns besonders wichtig: Alles, was wir hier teilen, ist kostenlos zugänglich. Du sollst dich informieren können, ohne dass dir etwas verkauft wird. Ohne versteckte Kosten. Ohne Verpflichtungen.

Dieser Blog soll Neugier wecken. Er soll Mut machen. Und er soll ein Ausgangspunkt sein für deine eigene Entdeckungsreise durch die digitale Welt. Vielleicht liest du hier etwas, das dich auf eine Idee bringt. Oder du findest einen Link zu einer Seite, die dir weiterhilft. Perfekt – genau das ist das Ziel.

Weil digitale Teilhabe ein Recht ist

Die Welt wird nicht langsamer. Ämter digitalisieren, Arzttermine werden online vergeben, Bankfilialen schließen. Das ist Realität. Und deshalb ist es wichtig, dass niemand abgehängt wird. Digitale Teilhabe ist kein Luxus – sie ist ein Grundrecht.

Aber Teilhabe bedeutet nicht, alles mitmachen zu müssen. Sie bedeutet, die Wahl zu haben. Informiert entscheiden zu können. Und genau dabei möchten wir dich unterstützen.

Hertha übrigens? Sie hat das Foto verschickt. Mit einem stolzen Lächeln. Und sie hat gleich gefragt: „Was kann ich denn noch alles machen mit diesem Ding?"

Willkommen auf diesem Blog. Wir freuen uns, dass du hier bist.


Weiterführende Informationen

  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO): www.bagso.de – Informationen zu digitaler Teilhabe im Alter
  • DigitalPakt Alter: www.digitalpakt-alter.de – Bundesweite Initiative für digitale Teilhabe
  • Wegweiser Digitalisierung für Ältere (BMFSFJ): Infos zu Projekten und Anlaufstellen